Cilette Ofaire

Cilette Ofaire – Ismé

Die Dampfjacht Ismé war das einzige, was Cilette Ofaire 1933 nach dem Scheitern ihrer Ehe geblieben war. Da ernannte sie sich selbst zur Kapitänin und steuerte das Schiff in dreijähriger Fahrt von La Rochelle nach Ibiza, wo es bombardiert wurde. In ihrem Roman liess sie es 1940 wieder auferstehen: als bewegendes Symbol für die Sehnsucht einer Frau nach grenzenloser, unbürgerlicher Freiheit. Die auf Deutsch und Französisch erschienene Neuausgabe des Romans (Verlag Th. Gut/Editions Zoé 2020) enthält neben Charles Linsmayers Ofaire-Biographie erstmals Teile ihres gezeichneten Journal de bord. An der Veranstaltung im Literaturhaus erzählt Charles Linsmayer anhand von Fotos und Beispielen aus dem Bordtagebuch von Cilette Ofaires abenteuerlichem Leben, während Heidi Maria Glössner die spannendsten Passagen aus dem Roman liest.

Cilette Ofaire, 1891 – 1964, wurde als Cécile Houriet im neuenburgischen Couvet geboren. Eine unglückliche Kindheit unter der Stiefmutter machte sie später mehrmals literarisch zum Thema. Von 1909 bis 1912 arbeitete sie im Atelier des englischen Glasmalers und Mosaikkünstlers Clement Heaton in Corcelles-Cormondrèche. Hier traf sie auf den Künstler Charles Hofer. Im Jahr 1914 vermählte sich Ofair mit Hofer und folgte ihm nach Paris.
1923 erwarb das Künstlerpaar in Hamburg das Wohnboot San Luca. Zusammen reisten sie auf Kanälen und auf Flüssen in Deutschland und Holland und organisierten vom Schiff aus verschiedene Ausstellungen. Ab 1924 führte Cilette Ofaire das Bordtagebuch. Mit einem Segelboot (San Luca II) reiste das Paar 1926 von Amsterdam ins Mittelmeer und ging in Italien an verschiedenen Orten an Land.
Nach der Trennung von ihrem Mann setzte sie bis 1936 ihre Schiffsreisen fort, liess sich danach in Valletta, 1940 dann in Sanary-sur-Mer nieder. Ihre vielen Reisen inspirierten sie zu einer ganzen Reihe von Romanen.

Moderation Gallus Frei-Tomic

Matinée mit Musik
Datum: Sonntag 26. September 2021
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Ort: Haus zur Glocke / Steckborn